WEITERE BERICHTE BITTE SCROLLEN

 
 

 

Protokoll: Sitzung Seniorenrat vom 18. März 2016

 

Thema: Kriminalitätsvorbeugung  

Referenten: LutzTürk und Wolfgang Siegmund

 

Wolfgang Siegmund, Leiter des Kriminalkommissariats "Kriminalprävention Opferschutz“, stellt sich vor.

 

Er gibt an, dass die Kriminalprävention in allen gesellschaftlichen Bereichen eingegliedert und eine Kernaufgabe der Polizei sei. Die Aufgaben würden durch Erlasszuweisungen des entsprechenden Ministeriums vorgegeben. Derzeit seien zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das gesamte Stadtgebiet tätig. Eine Hauptaufgabe sei die Prävention von Jugendkriminalität und die Drogenproblematik; hier erfolgten unter Beteiligung von Lehrpersonal Vorträge in Schulen sowie in Jugendzentren. Des Weiteren erfolge eine Zusammenarbeit mit städtischen Gremien. Außerdem sei ein Arbeitsbereich der sexuelle Missbrauch von Kindern sowie Gewalt gegen Frauen. Zusätzlich sei das Kommissariat bei der technischen Prävention zum Schutz vor Einbrüchen tätig sowie im Bereich der Seniorenkriminalität. Abschließend sei auch ein Tätigkeitsfeld der Opferschutz. Hier würde auf ein in Düsseldorf sehr gut funktionierendes Netzwerk zurückgegriffen; dort seien kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu finden, an die die Opfer verwiesen würden.

 

Das Kommissariat sei beauftragt, interne Fortbildungsmaßnahmen für andere Polizei-bereiche anzubieten. Dort würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über neue ge-setzliche Regelungen beziehungsweise neue Entwicklungen informiert. Die Kriminalprävention würde fachübergreifend erfolgen, jede Kreispolizeibehörde hätte eine Arbeitsgruppe ebenso wie das Landes- und Bundeskriminalamt.

 

Kriminalpräventiver Rat

 

In Düsseldorf habe sich 1994 aus einem Projekt unter anderem der Kriminalpräventive Rat gebildet: Die Polizei sei beratend bei der Planung und Ausführung von Neubauprojekten eingebunden um „Angsträumen“ vorzubeugen. So zum Beispiel bei der Planung und Gestaltung der U-Bahnhöfe der Wehrhahnlinie und aktuell auch bei der Umbauplanung für den Vorplatz des Hauptbahnhofs sowie des Worringer Platzes.

 

Kriminalitätsentwicklung rückläufig

 

Im vergangenen Jahr (2015) hätten in Düsseldorf 84.000 Delikte vorgelegen, davon cirka 53 Prozent Diebstähle, der Rest splitte sich auf alle anderen Straftaten auf. Insgesamt wäre die Kriminalitätsentwicklung bis auf wenige Ausnahmen in Düsseldorf rückläufig.

 

70 Prozent der Täte kommen nicht aus Düsseldorf

 

Eine Ausnahme seien die Wohnungseinbrüche; hier seien die Delikte im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. Dieses sei jedoch nicht alleine auf Düsseldorf bezogen, sondern ein Phänomen der Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet, Düsseldorf und Köln. Auffällig sei, dass die in Düsseldorf ermittelten Täterinnen und Täter zu 70 Prozent nicht aus Düsseldorf stammten. Die Polizei weise in dem Zusammenhang immer wieder auf drei Kernbotschaften der Kriminalprävention hin:

 

- Aufmerksame Nachbarschaft mit Sozialkontrolle

- Polizei benötige Hilfe der Bürgerinnen und Bürger

- Zivilcourage sei gefragt

 

Handtaschendiebstahl

 

Deutlich gestiegen sei auch der Bereich der Handtaschendiebstähle. Hier sei zu beachten, dass es sich in der Regel um organisierte Banden halten würde, die dafür „speziell ausgebildet“ würden. Herr Siegmund weist darauf hin, dass durch Eigenschutz das Risiko des Diebstahls deutlich minimiert werden könnte. Man solle zum Beispiel in stark besuchten Bereichen wie Volksfesten oder auf Bahnhöfen nie die Handtasche offen stehen lassen. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass die Handtasche nicht ungeschützt an einem Kinderwagen oder Rollator hängt. Grundsätzlich erfolge der Diebstahl immer durch Ablenkung der Täterin oder des Täters, daher solle man hierauf sehr sensibel achten.

 

Erschwerend für die Täterinnen- oder Täterergreifung sei, dass der Diebstahl oft erst nach einer gewissen Zeit bemerkt und zur Anzeige gebracht würde. Problematisch bezüglich der Prävention von Straftaten seien auch alleinstehende Seniorinnen und Senioren, zu denen auch die Polizei keinen Kontakt aufnehmen könne. Herr Siegmund weist abschließend darauf hin, dass 2015 in Düsseldorf 9.965 Opfer von Straftaten über 60 Jahre alt gewesen wären. Somit sei die überwiegende Zahl von Opfern nicht aus dem Seniorenbereich.

 

Statistik, Wartezeit und Bestrafung

 

Die Mitglieder des Seniorenrates nehmen zu einigen Punkten des Vortrages Stellung: Es bestehe der subjektive Eindruck, dass die Straftatzahlen höher liegen als die Statistikzahlen. Herr Siegmund gibt hierzu an, dass die Statistik anhand objektiver Zahlen erstellt worden sei. Herr Türk merkt an, dass durch Doppelmeldungen in den verschiedenen Lokalpressen ein subjektiver Eindruck von höheren Straftatzahlen erweckt würde.

 

Es wird angemerkt, dass in den Wachen relativ lange Wartezeiten bestehen würden, sofern man dort persönlich vorspreche. Herr Siegmund bittet hierfür um Verständnis. Die Wachen seien teilweise nur mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter besetzt, dadurch könne es bei vermehrten Anliegen zu Wartezeiten kommen.

 

Auf den Einwand, es herrsche der Eindruck, dass Straftäterinnen oder Straftäter kurz nach der Gerichtsverhandlung wieder auf freiem Fuß seien, gibt Herr Siegmund an, dass dieses eine Angelegenheit der Justiz sei, auf die die Polizei aufgrund der rechtsstaatlichen Regeln keinen Einfluss habe. Herr Siegmund gibt bekannt, dass in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr das „beschleunigte Verfahren“ eingeführt worden sei. Dabei werde bei kleineren Delikten wie Ladendiebstahl nach maximal fünf Tagen das Gerichtsverfahren durchgeführt.

 

Auf Nachfrage gibt Herr Siegmund an, dass ab dem 1. Januar 2016 eine Statistik mit ausländerspezifischen Straftaten wie illegaler Einreise erstellt werden soll. Es erfolgt nochmals der Hinweis, dass die Straftaten in vielen Bereichen rückläufig seien, es gäbe jedoch Ausnahmen wie die Taschendiebstähle. Ein Mitglied schildert die Diebstahlmethode, dass in Gaststätten die Jackentaschen an den Garderoben nach Haustürschlüsseln abgesucht würden. Herr Siegmund nimmt dieses nochmals zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass man mit einfachen Selbstschutz-maßnahmen solche Diebstähle oder Einbrüche vermeiden könne. Des Weiteren weist Herr Siegmund darauf hin, dass die Sicherheit der Wohnung immer eine Kernfrage der Wohnungstür und der Fenster sei. Hier sei darauf zu achten, dass diese geschützt seien.

 

Nach Schilderung von zwei Straftaterlebnissen eines Mitglieds und anschließender Kritik an der Polizei gibt Herr Siegmund an, dass die Polizei auch ein Spiegelbild der Gesellschaft sei und auch hier im Einzelfall fehlerhaft reagieren würde. Grundsätzlich würde die Polizei jedoch schnell helfen und niemanden abweisen. Es sei keinesfalls so, dass die Polizei falsche Statistikzahlen angeben würde.

 

Einbruchsradar

 

Herr Siegmund geht auf die Frage der Einführung des sogenannten „Einbruchsradars“ ein. Das Innenministerium hätte entschieden, das Radar auch für Düsseldorf zu veröffentlichen. Ein Vorteil sei, dass die Bevölkerung in den besonders betroffenen Stadtteilen zu mehr Wachsamkeit aufgerufen werden könne. Abschließend wird von Seiten eines Mitglieds geäußert, dass die Polizei eine schwierige Tätigkeit ausübe und sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen würde. Grundsätzlich würde die Polizei gute Arbeit leisten und stehe der Bevölkerung hilfreich zur Seite.

 

Herr Siegmund übergibt das Wort an Herrn Türk, der zunächst zwei Broschüren der Polizei vorstellt. Die kleinere Broschüre sei für aktivere Seniorinnen und Senioren gedacht, die größere sei eine reduzierte Version mit größerer Schrift. Inhaltlich seien die Broschüren jedoch identisch.

 

Vorträge und Prävention

 

Des Weiteren gibt Herr Türk auf Nachfrage an, dass vom Kriminalpräventiven Rat ein Flyer zur Kriminalitätsvorbeugung entwickelt wurde und eine Auflage von 20.000 Stück verteilt worden sei. Derzeit würde die Kostenfrage für den Nachdruck geklärt. Herr Türk sei für die Öffentlichkeitsarbeit der Kriminalprävention zuständig und würde regelmäßig Vorträge in cirka 180 Seniorenclubs der Stadt Düsseldorf halten. Des Weiteren bestehen auch enge Kontakte zu den „zentren plus“, zur Volkshochschule, zur Friedrich-Spee-Akademie sowie zu Sportvereinen. Einmal jährlich würden alle seniorenrelevanten Einrichtungen von Herrn Türk angeschrieben, um eventuelle Aktualisierungen bekannt zu geben. Die Resonanz auf die Schreiben sei durchweg sehr positiv.

 

Theatergruppe aus kostengründen eingestellt

 

Anschließend stellt Herr Türk seine Angebote der Seniorenberatung vor. Bis vor kurzem wurde ein Theaterstück angeboten, in dem unter anderem auf den Enkeltrick aufmerksam gemacht wurde. Leider konnte die Theatergruppe aus Kostengründen nicht mehr weitergeführt werden.

 

Rat holen

 

Seniorinnen und Senioren, die nicht organisiert seien, versuche die Polizei durch ent-sprechende Pressemitteilungen auf die Probleme der Kriminalitätsvorbeugung aufmerksam zu machen. Er weist darauf hin, dass ihm auch nicht alle Maschen der Trickbetrügerinnen und Trickbetrüger bekannt seien. Des Weiteren würde er in einer Vortragsreihe Grundsätzliches zum Schutz vor Einbruchsdiebstahl mitteilen. Hier verweise er auf die Fachleute von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Luisenstraße 2, die während der regulären Öffnungszeiten kostenlos beraten. Ausgegeben würde dort auch eine Handwerkerliste mit überprüften Handwerkerbetrieben.

 

Werbeanrufe

 

Auf Nachfrage des Seniorenrates gibt Herr Türk an, dass es keinen vollständigen Schutz vor Werbeanrufen aus dem Ausland gäbe. Es sei jedoch gesichert, dass bei einem eingehenden Anruf bei der Empfängerin oder dem Empfänger keine Telefonkosten entstehen würden. Im Extremfall könne man bei seinem Anbieter eine neue Telefonnummer beantragen. Des Weiteren sei eine hilfreiche Maßnahme, dass man vor Annahme des Telefonats auf dem Display die Nummer kontrolliere. Sofern einem diese Nummer nicht bekannt sei, könne man den Anruf auf den Anrufbeantworter umleiten lassen; meistens würden weitere Anrufe unterbleiben.

Wohnung schützen

 

Herr Türk rät dazu, dass man niemanden, auch keine vermeintlichen Polizistinnen oder Polizisten, in die Wohnung lassen solle. Es wird außerdem empfohlen, eine technische Sicherung an der Wohnungstür anzubringen. Hier biete das Kastenbügelschloss einen guten Schutz. Voraussetzung für die Anbringung des Schlosses sei jedoch die Genehmigung der Eigentümerin oder des Eigentümers. Sofern diese ausbliebe, wäre eine Alternative die Türklinkenkette. Dort würde die Halterung neben der Zarge im Mauerwerk befestigt; diese Anbringung benötige keine Einwilligung der Eigentümerin oder des Eigentümers.

 

Internet

 

Herr Türk gibt die Empfehlung bezüglich der Internetkriminalität, dass man von unbekannten E-Mailabsendern niemals die Anhänge öffnen solle. Hier bestehe die große Gefahr, dass Straftäterinnen oder Straftäter Zugriff auf den Computer erhalten können. Auf die Nachfrage, dass die Polizei bei Privatpersonen anrufen würde, um einen Besuch anzukündigen, teilt Herr Türk mit, dass die Polizei immer mit unterdrückter Rufnummer telefoniere. Technisch sei es jedoch heute unproblematisch, dass eine Betrügerin oder ein Betrüger jede erdenkliche Telefonnummer auf dem Display der Anruferin oder des Anrufers erscheinen lasse. Herr Türk teilt mit, dass auch Dienstausweise gefälscht sein können und stellt ein Papier zur Verfügung. Dort sei aufgeführt, wie man gefälschte Polizeidienstausweise erkennen könne. 

 


 

Seniorenrat Düsseldorf

 

Filialschließungen bei der Sparkasse

 

von Peter Ries

Düsseldorf. 29. Januar2016

 

Sparkassenschliessung


Heute tätigt etwa die Hälfte der Deutschen seine Bankgeschäfte weitgehend über das Internet. Für die Stadtsparkasse offensichtlich auch ein Grund, 18 der 64 Geschäftsstellen in der Stadt Düsseldorf zu schließen. Das brachte in der Vergangenheit viele Senioren schier zur Verzweiflung. Sie wandten sich u.a. an den Seniorenrat der Stadt Düsseldorf. Für das Gremium  Anlass, den Leiter des Geschäftsbereichs Filialen der Stadtsparkasse Düsseldorf, Harald Norbisrath, zu einer ihrer öffentlichen Sitzung einzuladen.

 

 

Unter dem Tagesordnungspunkt „Senioren und die Bankenwelt“ versuchte Norbisrath etwa 60 Besuchern der Sitzung zu vermitteln, weshalb einige Filialen geschlossen werden müssten. Hauptgründe seien zum Beispiel die niedrige Kundenfrequentierung in den Filialen und das Online-Banking (etwa 45 Prozent Online-Kunden). Dadurch seien einige Filialen unrentabel geworden. „Wir werden jedoch unsere „Kompetenzzentren“ weiter ausbauen und die Kundennähe weiterhin optimieren“, so Norbisrath. „Durch Schließungen von Filialen werde die Sparkasse ihrem Ruf  als Institut, die ihren Kunden nahestehe - und die ja stets mit diesem Slogan werbe - gerecht“, echauffierte sich der 73-Jährige Hans Monhia. „Wo sollen z.B. die vielen bewegungseingeschränkten Senioren und diejenigen, die kein Online-Banking, betreiben ihre Geldangelegenheiten regeln? Bis zur nächsten Filiale schaffen es die meisten doch gar nicht mehr“, fragte eine 70-jährige Rentnerin.

 

„Wenn es jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht schafft, die nächste Filiale aufzusuchen, um etwa Geld abzuheben oder Überweisungen zu tätigen, besteht die Möglichkeit, dass eine autorisierte Person der Sparkasse ihnen Geld oder Überweisungsträger nach Hause bringt, damit sie ihre Überweisungen tätigen können“, so die verblüffende Antwort von Norbisrath.  Anneliese B. wollte aufgrund ihrer Bewegungseinschränkung genau dies in Anspruch nehmen. Damals erhielt sie vom Filialleiter die Antwort: „Das dürfen wir nicht.“ Norbisrath versprach, sich darum zu kümmern und die Mitarbeiter darauf hinzuweisen, dass sie in begründeten Fällen eine Ausnahme machen dürfen.

 

Für die verbleibenden Sparkassen-filialen regte Seniorenratsmitglied und Sprecher des Arbeitskreises Sicherheit- und Verkehr, Heinz-Werner Meier, an, die Geldautomaten möglichst im Blickfeld des Sparkassenpersonals zu installieren. Darüber hinaus wünschten sich die Senioren Sitzgelegenheiten mit Tischen, um Überweisungen in Ruhe ausfüllen zu können - viele Filialen hielten lediglich Stehpulte vor; auch eine am Tisch angebrachte Lupe wäre sicherlich von Vorteil. Für Norbisrath eine gute Idee, die sich sicherlich verwirklichen ließe.

 

Info:

 

In den kommenden vier Jahren werden insgesamt 18 Niederlassungen geschlossen. 13 weitere Filialen werden zu sogenannten Selbstbedienungsstandorten umgerüstet. Von den Schließungen betroffen sind die Filialen Hansaallee, Hansaplatz und Mörsenbroich. 2019 werden die Standorte Hellerhof und Himmelgeist schließen. Die Niederlassungen am Handweiser, am Seestern (2016), Lorettostraße, Universität, Haeselerstraße, und Medienhafen (2017), Flugafen, Rochusmarkt, und Binterimstraße (2018) und Golzheim, Lohausen, Erkrather Straße und Wehrhahn (2019) werden zu reinen Automatenfilialen umfunktioniert, in denen dann nur noch Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und ggf. ein Terminal für Online-Banking zu finden sind. Bankpersonal wird in diesen SB-Filialen nicht mehr anzutreffen sein. [1] 

 

Die Mitarbeiterzahl im Privatkundengeschäft soll sich bis zum Jahr 2019 zwar von derzeit 750 auf 680 wegen Ruhestand u.d.g. reduzieren, jedoch soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. 

 

[1] düsseldorf-wirtschaft.de

 


 

Seniorenrat:  Rahmenplan Einzelhandel 2015 wirft Fragen auf

 

Vorschläge zur Nahversorgung für die ältere Bevölkerungsschicht

 

November 2015 (pri).

 

Der von der Stadtverwaltung aufgestellte Rahmenplan legt fest, wie sich der Einzelhandel in der Stadt in den nächsten Jahren entwickeln soll. Dafür werden beispielsweise Gebiete ausgewiesen, in dem sich Fachmärkte ansiedeln können. Zudem werden die einzelnen Zentren räumlich umschrieben, ihre Profile vorgestellt und Planungsziele festgelegt.

 

In einer Stellungnahme an den Rat zum Rahmenplan Einzelhandel 2015 begrüßte der Seniorenrat Düsseldorf zwar das Anliegen der Stadt, die weitere Ansiedlung großer Lebensmittel-Discounter fernab von Wohngebieten zu stoppen, jedoch zeige der Rahmenplan immer noch Probleme auf, und bleibe deshalb hinsichtlich der Konsequenzen, die aus der Unterversorgung gerade der älteren Bevölkerung gegeben ist, ziemlich vage. Undeutlich bliebe u.a. die Größe des Anteils der Düsseldorfer Bevölkerung die ein Lebensmittelgeschäft nicht fußläufig (d. h. im Umkreis von 500 m) erreichen kann. Aus Sicht des Seniorenrates sei dieser Anteil beachtlich hoch.

 

Der Seniorenrat unterbreitete der Stadt nun Vorschläge, um die Nahversorgung gerade auch der älteren Bevölkerung angesichts der Konzentration der Lebensmittel-Discounter auf großen Flächen zu gewährleisten. „Mit unseren Vorschlägen wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass ältere Menschen nicht vorzeitig in eine Senioreneinrichtung ziehen müssen, was bekanntlich hohe Kosten verursacht“, so der Vorsitzende des Seniorenrates Georg Jungbluth. Die Vorschläge beziehen sich  u.a. auf Subventionierung von Mieten/Pacht, Unterstütztung bei Einrichtungen von CAP-Märkten, Subventionierung von Lebensmitte-Lieferdienste und Installationen mobiler Versorgungseirichtungen.
 

INFO

von Peter Ries:

 

Subventionierung von Mieten/Pacht:

 

Die Stadt (Trägerverein) mietet zum Beispiel ein 40qm Ladenlokal für 800.- Euro an. Dieses vermietet sie dann an einen Existenzgründer für 400.- Euro. Nach Ablauf dieser Zeit muss sich der Existenzgründer entscheiden, ob er einen eigenen Mietvertrag zu normalen Konditionen abschliesst. Die Mieter werden jeweils von der Stadt nach vorher festgelegter Kriterien ausgesucht; fehlt in der Nachbarschaft z.B. ein Fleischer, würde dieser einem Bäcker vorgezogen. Die Idee ist übrigens nicht neu, viele andere Städte praktizieren dies, auch die IHK schlägt ähnliches in ihrer „Gründungsinitiative für Innenstädte“ vor.

Projektskizze IHK-Gründungsinitiative für Innenstädte 64.4 kB (PDF)

 

Unterstütztung bei Einrichtungen von CAP-Märkten:

 

Die Idee zum Social-Franchising-System CAP wurde im Jahr 1999 geboren. Mittlerweile gibt es deutsch­land­weit über 100 CAP-Filialen. In ihnen sind rund 1 400 Menschen beschäftigt, über die Hälfte davon haben Handicaps.
Franchise-Geberin sind meist soziale Eirichtungen, wie z.B. Diakonie, Werkstätten für behinderte Menschen, Caritas usw … Sie unterstützten die Märkte mit Fachwissen, Planung, Analysen und Marketing.
Oberstes Ziel ist es, jedoch, psychisch kranken und behinderten Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und ihnen einen neuen Lebensmittelpunkt zu geben. Der Name CAP leitet sich vom englischen Wort „Handicap“ ab. 



Infos siehe hier.